Lobkultur

LMG-Sonderpreis für soziales Engagement und Zivilcourage

Jeder an der Schule kennt unsere Loburkunden, die man am Schuljahresende erhält, weil man sich für einen Mitschüler, für die Klasse oder die Schule insgesamt engagiert hat. Diese Lobkultur – angeregt durch eine Initiative von Herrn Heemann – gibt es seit 2004 am LMG. Neben dieser Urkunde winkt diesen Schülern noch ein besonderer Preis, der LMG-Sonderpreis für soziales Engagement und Zivilcourage. Wegen seines langen Titels wird er manchmal einfach als Sozialpreis bezeichnet.

Im Rahmen einer Preisverleihung, zu der alle, die eine Loburkunde erhalten haben, werden die herausragenden sozialen Leistungen der letzten beiden Schuljahre gewürdigt.

Was bekommen die Preisträger?

Die Preise werden nicht als Geldmittel verteilt, sondern bestehen in Angeboten, die die Persönlichkeit der Preisträger weiter stärken. Statt eines normalen Schultags könnte es z.B. einen Tag mit einem professionellen Rhetoriktrainer geben (Wert: 1.500 €).

Wer hat diesen Preis gestiftet?

Die finanziellen Mittel stiften die Familien Ebert und Zinser, die unserer Schule durch den tragischen Tod ihrer Söhne 2005 bzw. 2006 – jeweils kurz vor dem Abitur am LMG – besonders verbunden sind.

Gibt es eine Festrede?

Vergeben wurde der Preis Ende 2009 (Laudation: OB Schlumberger) und im Februar 2012 (Laudatio: Fußballtrainer Rainer Adrion). Die nächste Preisverleihung wird am 24. März 2014 in unserer Aula sein. Die Preisrede hält dieses Mal Dr. Jörg Richter, Chefarzt der Sportorthopädie und Arthroskopische Chirurgie der Klinik Markgröningen. Er berichtet von einem Wohltätigkeitseinsatz in einem Armenhospital in Nicaragua.

Was wollen wir mit dem Preis erreichen?

Den Personenkreis mit den Loburkunden möchten wir aufgrund ihrer Vorbildfunktion in der Schulöffentlichkeit stärker herausstellen. Es soll klar werden: Für andere einzutreten wird an dieser Schule besonders wertgeschätzt.

Wer sucht die Preisträger aus?

Zur Findung der Preisträger lädt die Schulleitung je einen Vertreter der SMV, der Elternschaft und der Lehrer ein. Alle Schüler mit einer Loburkunde aus den vergangenen zwei Jahren werden dabei genauer unter die Lupe genommen.

Zur Lobkultur am LMG

Lob ist wichtig. Lob fördert nicht nur die seelische Gesundheit und Anstrengungsbereitschaft, sondern allgemein eine Kultur des Geachtetwerdens, der Achtsamkeit und der Aufmerksamkeit. Das Gute herauszuheben ist motivierender als kritisieren oder strafen. Das bedeutet die Anstrengungen Einzelner, die je nach Vermögen im Ergebnis in unterschiedlicher Ausprägung sichtbar werden, sensibel wahrzunehmen. Deswegen gibt es die Lobkultur an unserer Schule.

Was ist die Lobkultur?
Am Ende des Jahres kann es eine Loburkunde geben. Die sind für Schüler gedacht, die sich z.B. durch Zivilcourage ausgezeichnet haben, sich in besonderer Form für das Klassenklima oder Einzelne eingesetzt, besondere Hilfsbereitschaft oder soziales Engagement gezeigt haben oder in irgendeiner anderen Weise etwas Bemerkenswertes geschafft haben. Dies kann auch eine persönliche Veränderung im Verhalten, eine Leistungssteigerung bzw. besondere Leistung in einem Fach oder etwas anderes Außergewöhnliches sein. Vor allem ist es bei jedem etwas anderes, das eine besondere Anerkennung verdient. Was dem einen schwerfällt, ist für den anderen selbstverständlich, und was für diesen selbstverständlich ist, ist für den nächsten eine persönliche Herausforderung oder Hürde. Hier ist eine ganz individuelle Wahrnehmung gefragt.

Was will man damit erreichen?
Zivilcourage, Hilfsbereitschaft, ein achtsamer Umgang miteinander, Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit, Kooperation, achtsamer Umgang mit Material und Räumen sind Werte, zu denen die jungen Menschen an unserer Schule erzogen werden sollen.

Wie soll das Ganze funktionieren?
Lobkultur muss gelebt und erlebt werden. Daher sollte Lob nicht nur in Urkunden ausgedrückt werden. Loben kann ich meine Mitschüler und Mitschülerinnen, meine Schüler und Schülerinnen, meine Lehrer und Lehrerinnen. Loben sollte ich, was mir persönlich positiv auffällt. Eine Lobkultur muss gelebt werden, von allen, die gemeinsam arbeiten und leben.
Als Anerkennung besonders lobenswerter Ereignisse (s.o.) kann es am Ende des Schuljahres eine von der Schule ausgestellte Loburkunde geben. Damit möglichst nichts in Vergessenheit gerät, sollten herausragende Vorkommnisse mehrfach im Jahr gesammelt und evtl. schriftlich festgehalten werden. Hier ist auch die besondere Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler gefragt, die z.B. ihre Klassenlehrer/innen auf besondere Ereignisse aufmerksam machen sollten.
Die Lobkultur ist kein Tätigkeitsnachweis. Hierfür stehen andere Instrumente, wie z.B. der „Qualipass“ zur Verfügung.

Hier geht’s zum Artikel über die Verleihung des LMG-Sonderpreis für soziales Engagement und Zivilcourage.

Von Mirac Öztürk & Leonard Rupietta unter Mitarbeit von Herr Heemann und Frau Ruß