Lise Meitner

Die Frau der Naturwissenschaften

Der Bayrische Rundfunk hat ein umfassendes Online-Portrait unserer Namenspatronin zusammengestellt:

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Das Leben von Lise Meitner

1878

Lise Meitner, geboren in Wien als Tochter einer jüdischen Familie, wurde getauft und protestantisch erzogen, um sie vor dem aufkommenden Antisemitismus zu schützen.

1906

Meitner erhielt als eine der ersten Frauen an der Universität Wien den Doktorgrad in Physik.

1908

Lise Meitner übersiedelte nach Berlin, wo sie unter Max Planck, einem späteren Nobelpreisträger, studierte. Sie blieb drei Jahre lang seine Assistentin. Während dieser Zeit lernte sie Otto Hahn kennen, mit dem sie gemeinsam ein eigenes Labor einrichtete, um mit der Erforschung radioaktiver Strahlung und neuer Elemente zu beginnen. Im ersten Weltkrieg unterbrach Lise Meitner ihre Tätigkeit und arbeitete als
Röntgenfachkraft und Krankenschwester bei der österreichischen Armee.

1918

Lise Meitner wurde als Leiterin der Abteilung Physik am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin beauftragt, eine Abteilung zur Erforschung der Radioaktivität aufzubauen.

1926

Meitner wurde Professorin der Physik an der Universität von Berlin und untersuchte weiter die Wechselbeziehung zwischen Gamma- und Beta-Strahlen.

1934

Für Meitner begann die wichtigste Phase ihrer Forschung. Zusammen mit Otto Hahn wiederholte sie die Experimente des italienisch-amerikanischen Physikers Enrico Fermi mit schweren Atomen und entdeckte – ohne es zu wissen – die Kernspaltung. Mitten in einer wichtigen Arbeitsphase begannen die Judenverfolgungen durch die Nationalsozialisten. Sie musste umgehend aus Deutschland fliehen. In Stockholm arbeitete Meitner am Nobel-Institut für Physik weiter und machte mit ihrem Neffen Otto R. Frisch eine bahnbrechende Entdeckung: Sie erkannte die wirkliche Bedeutung der Urankernspaltung und lieferte die erste theoretische Erklärung für die Kernspaltung.

1945

Lise Meitner wurde Mitglied der schwedischen Akademie der Wissenschaften – als dritte Frau überhaupt –, kündigte jedoch ihre Mitgliedschaft zwei Jahre später wieder und arbeitete an einem Kernreaktor, um die Entdeckung der Kernspaltung in ihrem Sinne positiv zu nutzen.

1966

Meitner erhielt den “Enrico-Fermi-Preis”, den sie mit Otto Hahn und Fritz Strassmann teilte, persönlich überreicht, weil sie zu schwach war, um in die USA zu reisen. Doch nicht Lise Meitner erhielt den Nobelpreis für ihre sensationelle Entdeckung, sondern Otto Hahn.

1968

27. Oktober: Lise Meitner stirbt in Cambridge, kurz vor ihrem 90. Geburtstag.

1997

Lise Meitner zu Ehren wurde das 109. Element im Periodensystem “Meitnerium” genannt.

Durch die Entdeckung der Kernspaltung hatte sie – ohne es zu wollen – zur Entwicklung der Atombombe beigetragen.

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