Mexiko-Austausch 07.10.2022 – 11.11.2022

Mexiko-Austausch 07.10.2022 – 11.11.2022

Emily und vier weitere SchülerInnen waren im Rahmen eines Schüleraustauschs einen Monat in Mexiko. Lesen Sie hier mehr über ihre Zeit dort.

Nach langem Überreden unserer Eltern und unzähligen Stunden voller Planen und Organisieren der Reise, hatten wir fünf es endlich geschafft und durften wirklich nach Mexiko fliegen.

Die Hinreise
Am 07.10.2022 trafen wir uns nachmittags am Flughafen Stuttgart, wo wir alle schon sehr aufgeregt waren. Nachdem wir uns von unseren Familien verabschiedet haben und auch gut durch die Sicherheitskontrolle gekommen sind, saßen wir wirklich im Flieger nach Amsterdam. Wir hatten zwei Stop-Overs in Amsterdam und in Mexico-City, wo aber alles ohne Probleme geklappt hat. Am 08.10.2022 nach mexikanisher Zeit um 8 Uhr sind wir endlich in Guadalajara gelandet. Ein bisschen Aufregung gab es, als wir Ewigkeiten auf unser Gepäck warten mussten, aber zum Glück kam alles vollständig an und wir konnten endlich unsere Gastfamilien treffen. Von jenen wurden wir unglaublich freundlich und herzlich empfangen und mussten uns dann untereinander verabschieden, weil jeder zu seinem neuen Zuhause (für die nächsten 5 Wochen) gefahren ist.

Die Ferien
Die erste unserer fünf Wochen war allerdings keine Schulwoche, sondern die sogenannten „Oktober-Ferien“. Jede unserer Gastfamilie fuhr innerhalb Mexiko weg, bis auf meine, denn ich flog mit meiner Gastmutter und meinen zwei Gastschwestern direkt am nächsten Tag nach Houston, Texas, USA. Das war sehr aufregend und auch anstrengend, hat sich aber zu 100% gelohnt. In Houston besichtigten wir die Stadt, das NASA-Museum, gingen viel shoppen und fuhren sogar nach Galveston an den Atlantik. Für mich war es eine super Erfahrung, weil es mein 1. Mal in den USA war und ich unglaublich viel gesehen habe. Ich bin meiner Gastfamilie sehr dankbar für diese Möglichkeit!

Die Schule
Nach einer Woche Ferien ging dann aber wirklich die Schule los. Ich war sehr gespannt und habe mich auch sehr gefreut. Wir fuhren morgens mit einem extra Schulbus circa 20-30 Minuten zur Schule. Das Schulgelände war wirklich riesig. Dazu muss man sagen, dass jede Altersstufe dort betreut wird, vom Kindergarten, über „Primaria“ (1.-6.Klasse), über „Secundaria“ (7.-9.Klasse) bis hin zum „Bachillerato“ (10.-12.Klasse). Doch trotzdem gab es allein für das Bachillerato drei Gebäude und die Wege dazwischen waren wirklich lang. Mir hat besonders gut gefallen, dass alles sehr offen gestaltet war und man immer irgendwie an der frischen Luft war. Der Unterricht begann um 8 Uhr und man hatte erstmal drei Schulstunden, die immer 45 Minuten gingen mit 5 Minuten Pause zwischen jeder. Dann gab es eine 20 Minuten Pause. Schließlich hatte man wieder zwei Stunden, dann wieder Pause und schließlich nach zwei weiteren Schulstunden um 14.20 regulären Schulschluss. Einmal pro Woche (immer dienstags) blieben wir bis 16 Uhr in der Schule, um eine sportliche Aktivität zu betätigen, da es das Fach Sport im Bachillerato nicht mehr gibt. Ansonsten war es von den Fächern relativ ähnlich wie in Deutschland, zumal man in der 10. Klasse die Fächer Biologie, Geschichte und Chemie auf Deutsch hat. Mir hat die Schule großen Spaß gemacht und ich habe mich immer sehr auf die Pausen gefreut, weil man sich da immer an einem bestimmten Platz mit allen Freunden getroffen hat und alle so nett waren.

Die Wochenenden
An den Wochenenden habe ich immer Unterschiedliches gemacht. Jeden Samstag sind wir hinaus in ein mexikanisches Dorf gefahren, weil meine Austauschschülerin dort Reitunterricht hatte. Das war sehr interessant, weil man so auch mal das Leben in einem Dorf sehen kann, im Vergleich zur Großstadt Guadalajara. Auch dort waren wir mal im Zentrum und mein Gastvater hat mir viele Sehenswürdigkeiten gezeigt. Zudem sind wir mal an den See Chapala und in die Stadt Tlaquepaque gefahren, welches mir beides sehr gut gefallen hat. Mal waren wir auch in Calaverandia. Das war ein Themenpark, der in diesem Zeitraum zum Día de los Muertos geschmückt war. Dies ist der Tag der Toten, einer der wichtigsten, mexikanischen Feiertage. Die Leute feiern, dass ihre schon verstorbenen Verwandten und Freunde endlich ins Totenreich aufgenommen werden. Alles ist bunt geschmückt mit Totenköpfen und sehr beeindruckend. Was mir auch immer großen Spaß gemacht hat war, wenn wir auf Partys oder bei Freunden oder in der Mall Andares zum Shoppen waren.

Mayto
Vier Tage sind wir mit der gesamten 10. Stufe an den Pazifik ins Schildkrötencamp nach Mayto gefahren. Die Fahrt dauerte insgesamt 10 Stunden und war zwar wirklich lang, aber ich habe nochmal viel von Mexikos Landschaft gesehen, was sehr cool war. Dennoch waren wir alle ziemlich froh, als wir endlich da waren. Der Strand von Mayto war wunderschön und wir haben direkt dort in Zelten übernachtet. Jedoch gab es dort weder Strom noch Empfang und auch keine richtigen sanitären Anlagen. Das war alles gewöhnungsbedürftig, aber meiner Meinung nach für vier Tage lang eine Erfahrung wert. Am 1. Tag informierten die Betreuer uns über die Situation der Wasserschildkröten hier. Danach waren wir alle kurz im Meer und haben schließlich zu Abend gegessen. Meine 1. Nacht war relativ kurz, weil ich Patrouille hatte. Alle Schüler waren in den drei Nächten zu unterschiedlichen Zeiten in drei Zweierteams eingeteilt. Bei der Patrouille fuhren wir mit einem Quad den Strand entlang und suchten Schildkröteneier, die wir ausbuddelten und dann an einem sicheren Ort wieder eingruben. Das musste nachts beziehungsweise früh morgens stattfinden, weil man nur da die Eier gut finden konnte. Es gab also eine Patrouille von 22.30 Uhr-1Uhr, eine von 2.30 Uhr bis 5 Uhr und eine von 5 Uhr bis 7.30 Uhr. Ich hatte genau die um 2.30 Uhr erwischt, aber wir haben zweimal Eier gefunden und sogar eine Wasserschildkröte gesehen. Außerdem war es ein Erlebnis nachts mit dem Quad über den Strand zu fahren. Am 2. Tag wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Meine Gruppe fuhr eine Stunde ins Landesinnere, wo wir eine kurze Wanderung durch einen Wald/Dschungel machten, bis wir an einen Wasserfall kamen. Dort blieben wir zwei Stunden und durften von den Steinen in den Fluss springen. Das machte großen Spaß und danach waren wir noch Tacos essen. Am Nachmittag räumten wir den Strand von Mayto auf und sammelten Müll ein. Am 3. Tag fuhr meine Gruppe ins Nachbardorf Tehualmixtle, wo wir eine Bootstour machten und nach Wasserschildkröten suchten. Leider fanden wir keine, jedoch haben wir Wale gesehen. Das war ebenfalls ein Erlebnis. Danach durften wir uns im Dorf frei bewegen, wobei meine Freunde und ich zuerst in einem Restaurant waren und dann noch am Strand ins Meer gingen. Abends gingen wir alle zusammen auf ein Dorffest in Mayto, wo es mexikanisches Essen und Spiele gab. In der letzten Nacht blieben wir fast alle bis ganz früh morgens am Strand wach, um noch die letzte Zeit zu genießen. Da habe ich ganz viele Sternschuppen gesehen. Auf der Rückfahrt, die noch länger dauerte als die Hinfahrt, schliefen die meisten, weil es zwar unglaublich toll, aber auch sehr anstrengend war.

Die Rückreise
Am 10.11.2022 war der Tag, den wir alle weiter hinausschieben wollten. Um 18.30 Uhr ging unser Flug nach Mexico City. Am Tag davor trafen uns wir alle bei einem Freund, der uns zu einem Abschiedsessen einlud. Dort hatten wir alle nochmal viel Spaß, obwohl wir auch sehr traurig waren. Am nächsten Tag mussten wir uns dann in der Schule von all unseren Freunden verabschieden. Das war sehr schwierig und es sind auch ein paar Tränen geflossen. Direkt nach der Schule sind wir zum Flughafen gefahren. Am Flughafen wurde es dann richtig traurig, weil wir uns von unseren Gastfamilien und unseren Austauschschülern verabschieden mussten. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Familie und auch zu meinen Freunden dort, weswegen mir der Abschied wirklich schwer fiel. Aber schließlich musste wir durch die Sicherheitskontrolle und ins Flugzeug. Der Rückflug hatte nicht die gleiche Stimmung, wie der Hinflug, weil alle ziemlich bedrückt waren. Allerdings hatten wir als Gruppe trotzdem Spaß. Leider wurden unsere Flüge so verschoben, dass wir sowohl in Mexico City als auch in Amsterdam einen nur ganz kurzen Aufenthalt hatten und wir jedes Mal von Gate zu Gate rennen mussten. In Amsterdam hätten wir fast unseren Flug verpasst. Trotzdem haben wir es schließlich geschafft und sind um 18 Uhr am 11.11.2022 in Stuttgart gelandet.

Fazit
Für mich war das eine unglaubliche Erfahrung, die ich bestimmt nie vergessen werde. Ich habe so viel erlebt und so viel Neues gesehen und gelernt. Mexiko ist ein ganz beeindruckendes Land mit einer interessanten Kultur. Was aber nichts übertreffen kann, sind die Mexikaner. Alle waren unfassbar freundlich, herzlich und hilfsbereit zu mir. Man lernt so schnell Leute kennen und findet tolle Freunde, weil alle so offen sind. Ich würde es immer wieder tun und ich rate jedem, der die Möglichkeit hat, es auch zu tun. Es wird sich zu 100% lohnen!

Bericht und Bilder: Emily Beck, 10a