Theater-AG

Schulstress, G8 und dann auch noch Theater spielen – muss das sein?

Immer wieder klagen Eltern und Schüler über viel zu große Belastungen durch die Schule, die Hausaufgaben und den Nachmittagsunterricht. Und dann noch den manchmal einzigen freien Montagnachmittag für die Theater-AG opfern? Muss das sein? Was bringt das? So denken sicher viele, aber nicht alle, denn sonst gäbe es sie nicht , unsere Theater-AG am Lise-Meitner-Gymnasium.

 

 

Seit vielen Jahren trifft sich eine Gruppe von ca. 30 Schülerinnen und Schülern (Schuljahr 2019/20: mittwochs, 10./11. Stunde für Kl. 8 – KS2; mittwochs, 8./9. Stunde für Kl. 5-7, Leitung: Lea Barmetler, Elif Haita), um zusammen mit Frau Moser und Frau Bleistein, beide Lehrerinnen am LMG, die Faszination von Theater zu erfahren. Worin liegt aber diese Faszination? „Der Mensch ist nur ganz Mensch ,wo er spielt“. Dieses Zitat von Friedrich Schiller gibt eine zutreffende Antwort auf die Frage. Im Spiel wird der Alltag unbedeutend, und es wird die gesamte Person angesprochen und gefordert. Im Spiel kann man andere Rollen ausprobieren, kann plötzlich die Zicke oder der Held sein, das, was man sich im Alltag nur erträumt, aber nicht getraut. Die Körperwahrnehmung verändert sich, auf der Bühne, in der Aktion und Interaktion mit anderen erfährt man seine Stärken, aber auch seine Grenzen. Anpassung, und Kooperation sind wichtig, kein Schauspieler kommt ohne die Hilfe der anderen aus. Man begreift sich als einen wichtigen Teil des Ganzen, wenn man aus der Rolle fällt, zieht man andere mit, das Ganze droht zu kippen. Und der Spaß, den es macht zu imitieren, einen bestimmten Gang oder Sprache nachzuäffen, mit der Wirklichkeit zu spielen, es hätte passieren können, ist aber nicht geschehen. Und dann die Aufführung, das Lampenfieber, wird es klappen? Die Erleichterung und der Stolz, wenn der Vorhang fällt und der Applaus ertönt. Theater hat trotz aller Technisierung nichts von seiner Faszination eingebüßt, im Gegenteil, wir sind immer wieder überrascht, wie das Theaterspielen die Schüler formt und ihnen Selbstsicherheit und Stärke gibt. Im Spiel sich selbst zu entdecken.

Lohnt sich der Stress? Wir meinen: Ja.

Ilka Apelmann

Unsere bisherigen Stücke

2019: Der Revisor

2018: Wie es euch gefällt

2017: Die Hexenjagd

2016: Unsere kleine Stadt

2015: Die Chinesische Mauer

2014: Siebentens: Stiehl ein bisschen weniger

2013: Les Misérables

2012: Viel Lärm um Nichts

2011: Der gute Mensch von Sezuan

2010Liliom 

2009Ein Sommernachtstraum 

2008: Frühlingserwachen 

2007: Der Besuch der alten Dame 

2006: Sparkleshark 

2005: Die Welle

2004: Kabale und Liebe

2003: Der eingebildete Kranke

Ansprechpartner: Fr. Moser und Fr. Bleistein

Berichte von Aufführungen und Probentagen